Die koronare Herzkrankheit – kurz erklärt

Linda Weißer ist approbierte Ärztin und leidenschaftliche Ernährungsberaterin, letzteres offline und online über ihren Blog alimonia.net. Daneben ist Sie über die Charité Berlin angestellt als chief medical researcher für PAN, die “physicians´ association for nutrition“. Mehr zu Linda Weißer erfahren Sie hier
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Linda Weißer ist approbierte Ärztin und leidenschaftliche Ernährungsberaterin, letzteres offline und online über ihren Blog alimonia.net. Daneben ist Sie über die Charité Berlin angestellt als chief medical researcher für PAN, die “physicians´ association for nutrition“. Mehr zu Linda Weißer erfahren Sie hier
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Die weltweit häufigste Erkrankung überhaupt

Erfahren Sie im Schnelldurchlauf die wichtigsten Fakten zur Durchblutungsstörung unseres Herzens! Wie entsteht diese Erkrankung, und wie lassen sich 9 von 10 Herzinfarkten vermeiden?

Liebe LeserInnen und Leser,

kennen Sie die weltweit häufigste Erkrankung überhaupt? Nein?

Es ist die Koronare Herzkrankheit, auch mit ‚KHK‘ abgekürzt. Ursächlich für diese Erkrankung ist eine zunehmende Durchblutungsstörung unseres Herzens aufgrund einer entzündlichen Verengung und „Verkalkung“ unserer Herzkranzarterien, medizinisch „Atherosklerose“. Dies kann schließlich zur Angina pectoris bis hin zum Herzinfarkt und zur Herzschwäche führen.

Doch wie kommt es zu Herzinfarkt und Co.?!

In dem vorausgegangenen Video haben wir uns angeschaut, wie sich in unseren Arterien Ablagerungen, sog. Plaques bilden können, aber wieso bereiten uns diese Ablagerungen Probleme?

Fakt ist: Wenn wir es nicht schaffen, die verursachenden Risikofaktoren der Atherosklerose, wie Fehlernährung, Bewegungsmangel, hohe Blutdruck- und Cholesterinwerte in den Griff zu bekommen, wachsen die Plaques in unseren Arterien immer weiter an.

Das tückische dabei ist, dass wir dies über viele Jahre oftmals überhaupt nicht bemerken, bis irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem diese Ablagerungen so groß sind, dass sie den Durchmesser unserer Herzkranzarterie um ca. 3/4 einengen. Dann reicht die Durchblutung für unser Herz in Ruhe, wenn wir z.B. auf der Couch liegen und fernsehen vielleicht noch aus, aber wenn das Herz dann mehr Durchblutung benötigt, z.B. weil wir sportlich aktiv sind oder Treppen steigen, dann kann die Blutversorgung des Herzens durch die Einengung der Herzkranzarterie nicht mehr ausreichend gedeckt werden. Dann verspüren wir einen typischen Brustschmerz, die sog. Angina pectoris. Wörtlich übersetzt bedeutet das „Brustenge“, und so oder so ähnlich wird das Gefühl von den meisten meiner Patienten auch beschrieben: als ein beengender, drückender Schmerz hinter dem Brustbein, häufig etwas mehr linksseitig gelegen, oft auch mit Ausstrahlung in Arme, Hals, Kiefer oder Oberbauch.

Diese besprochenen Angina pectoris-Beschwerden, treten typischerweise ab einer bestimmten Belastungsstufe auf und verschwinden wieder, wenn wir die Belastung beenden. Ganz anders kann das aussehen, wenn wir eine sog. instabile Plaque vorliegen haben.

Was ist das nun wieder, eine instabile Plaque? 

Wir hatten ja bereits besprochen, dass eine Plaque aus einem Fettkern und einer darüber liegenden, oftmals verkalkten, bindegewebigen Kappe besteht.

Bei einer instabilen Plaque haben wir das Problem, dass sie aus einem großen, weichen bis flüssigen Fettkern und nur einer sehr dünnen stabilisierenden Plaquekappe besteht. In diesem Fall kann durch verschiedene Auslöser, wie akute körperliche Belastung, Blutdruckschwankungen oder eine vermehrte Entzündungsaktivität, diese instabile Plaque aufreißen.

Dann bildet sich ganz akut an dieser aufgerissenen Plaque-Kappe durch Anhaftung von Blutplättchen und nachfolgende Gerinnungsvorgänge ein Blutgerinnsel, welches im Extremfall die Arterie vollständig verschließen kann.

Das ist natürlich der Super-GAU, denn ein solcher vollständiger Verschluss einer Herzkranzarterie entspricht einem Herzinfarkt, d.h. dass der Herzmuskel, der von dieser nunmehr verschlossenen Arterie mit Blut und Sauerstoff versorgt wurde, nicht mehr durchblutet wird und abstirbt.

Hier muss schnell reagiert werden: Nur wenn es uns gelingt diesen Verschluss rechtzeitig durch eine Notfall-Herzkatheter-Untersuchung mit Hilfe kleiner Ballons und Stents wiederzueröffnen, können wir den betroffenen Herzmuskel retten.

Liebe LeserInnen und Leser,

das war jetzt mal ein schneller Ritt durch Entstehung der koronaren Herzkrankheit und ihre Folgen. Die gute Nachricht zum Schluss: So weit muss es gar nicht kommen, denn durch das Wissen über die Hintergründe dieser Erkrankung können wir ihre Entstehung und ihren Verlauf durch ein paar kluge dauerhafte Lebensstilveränderungen und, falls wir bereits erkrankt sind, auch durch den Einsatz einiger hochwirksamer Medikamente effektiv beeinflussen.

Wenn Sie ausführlichere Informationen zu dieser Erkrankung suchen, schauen Sie doch auch mal auf die Hauptseite zur Koronaren Herzkrankheit.

Bis dahin, bleiben Sie schön gesund, Ihr Dr. Heart!

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