Transfette

Turbo-Beschleuniger der Arteriosklerose – die in Fertiggerichten und Industrienahrung leider noch viel zu oft enthaltenen Transfette

Vielleicht haben Sie auch schon in den Medien die Diskussion um sog. „Transfette“ mitbekommen. Viele LĂ€nder wollen sie in der industriellen Produktion verbieten bzw. strengere Grenzwerte erlassen, die US-Bundesbehörde zur Überwachung von Nahrungs- und Arzneimitteln (FDA) will Transfette in den kommenden Jahren komplett aus allen Lebensmitteln in den USA verbannen.

Was hat es damit auf sich? Transfette sind eine spezielle Form von ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren (die ja sonst eigentlich gesund sein sollen..) mit einer bestimmten MolekĂŒlgeometrie, der sie ihren Namen verdanken. Sie entstehen auf natĂŒrliche Weise im Verdauungstrakt von z.B. KĂŒhen und sind daher in Milchprodukten enthalten. Daneben entstehen sie v.a. beim Braten oder Frittieren oder in der industriellen Produktion bei der „HĂ€rtung“ pflanzlicher Öle, um z.B. streichfĂ€hige Margarine herzustellen. Da sie billig und lange haltbar sind gelten sie als perfekte Industrieprodukte. Leider wirkt sich eine erhöhte Aufnahme dieser Transfette aber sehr ungĂŒnstig auf die Zusammensetzung unserer Blutfette aus. Das arteriosklerosefördernde LDL-Cholesterin, das Lipoprotein(a) und die Triglyzeride steigen an wĂ€hrend man einen Abfall des HDL-Cholesterins beobachtet. Dadurch wirken sich Transfette also besonders schĂ€dlich auf unsere BlutgefĂ€ĂŸe aus. Daneben gibt es aber auch Hinweise auf viele weitere gesundheitsschĂ€digende Effekte. In einer spanischen Studie zeigte sich eine starke HĂ€ufung von Depressionen bei Menschen, die viele transfettsĂ€urebelastete Produkte zu sich nahmen.

In Deutschland hat der Verbraucher es aktuell noch sehr schwer den möglichen Gehalt dieser schĂ€dlichen Transfette in Nahrungsmitteln nachzuvollziehen. Leider mĂŒssen hierzulande Transfette nur in Lebensmitteln deklariert werden, die der DiĂ€t-Verordnung unterliegen (z.B. SĂ€uglingsnahrung). Achten Sie daher darauf, ob in den Inhaltsstoffangaben „gehĂ€rtete“ oder „zum Teil gehĂ€rtete Fette“ auftauchen, dann wissen Sie, dass Transfette enthalten sind, allerdings nicht in welcher Menge. Letztlich ist es paradox, obwohl bekannt ist, dass (ein- oder mehrfach) ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren gesĂŒnder als gesĂ€ttigte FettsĂ€uren sind werden Fette industriell „gehĂ€rtet“ (hydriert). Warum? Aus dem einfachen Grund, dass sich durch diesen Prozess die Haltbarkeit verlĂ€ngern lĂ€sst. Etwas plakativ formuliert: Die Lebensdauer dieser industriell verarbeiteten Lebensmittel im Regal Ihres Supermarktes wird verlĂ€ngert auf Kosten Ihrer eigenen Lebensdauer..

Bei unverpackten Backwaren wie Pfannkuchen oder Croissants haben Sie aktuell so gut wie keine Chance herauszufinden ob und wieviel Transfette enthalten sind.
Hier helfen also derzeit v.a. unsere bereits besprochenen Empfehlungen möglichst frisch und unverarbeitetes zu essen und weitestgehend auf Fertigprodukte zu verzichten. Meiden Sie daher Pommes frites und anderes Frittiertes, Backwaren, Knusperflocken, Mayonaise und Remouladen, Fertigsuppen, Chips und Ă€hnliche „Knabbereien“ aber auch SĂŒĂŸigkeiten und andere „Fertigsnacks“. Letztlich ist hier in Deutschland jetzt die Politik gefordert den Verbraucher durch entsprechende Richtlinien oder besser ein Verbot dieser Transfette umfassender zu schĂŒtzen.

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