Herzinfarkt – Länger leben durch Viagra?

Können PDE-5-Inhibitoren wie Viagra, Cialis und Co. nach einem Herzinfarkt das Leben verlängern?

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,

mein Name ist Stefan Waller, ich bin Internist und Kardiologe und in meinen Coaching Programmen helfe ich Menschen, z.B. nach einem erlittenen Herzinfarkt, ihre Erkrankung in den Griff zu bekommen und somit länger, besser und v.a. auch angstfreier zu leben. 

Viele Menschen sind mit einer Herzerkrankung, gerade auch nach einem erlittenen Herzinfarkt, deutlich weniger sexuell aktiv aus Angst ihr Herz vielleicht zu überfordern. Viele trauen sich auch gar keinen Sex mehr zu, das zeigen sogar viele Studien! 

Gleichzeitig leiden viele der betroffenen Menschen neben ihrer Herzerkrankung auch gleichzeitig an einer meist durchblutungsbedingten Potenzstörung

Sog. PDE-5-Inhibitoren, also Potenzmittel vom Typ Viagra und Co. könnten hier helfen, aber auch hier haben viele der betroffenen Menschen Angst vor der Verwendung dieser Präparate in Bezug auf ihr Herz, weil PDE-5-Hemmer den Blutdruck senken und daher auch Ärzte z.T. vor der Verwendung bei Herzpatienten gewarnt haben.

Heute berichte ich Ihnen von einer spannenden, großen schwedischen Studie an Männern mit einer Koronaren Herzerkrankung, die nach einem erlittenen Herzinfarkt bzw. nach einer Stentimplantation aufgrund von Erektionsschwierigkeiten einen sog. PDE-5-Hemmer, also Potenzmittel vom Typ Viagra einnahmen. 

Diese Gruppe wurde nun verglichen mit einer kleineren Kontrollgruppe aus Patienten, die aus gleichem Grund ein anderes Potenzmittel, nämlich den Wirkstoff Alprostadil, der direkt in den Penis gespritzt wird, als Erektionshilfe nutzten.

So, und jetzt schnallen Sie sich an:

Im Beobachtungszeitraum von 5,8 Jahren verstarben in der “Viagra”-Gruppe 14% im Vergleich zu 26% Todesfällen in der Alprostadil-Gruppe.  Männer in der PDE-5-Hemmer, also der Viagra und Co.-Gruppe, hatten also ein deutlich niedrigeres Risiko für Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Ereignisse als die Männer in der Alprostadil-Vergleichsgruppe.

Sollten wir nun alle Viagra einnehmen nicht nur, um unser Sexualleben aufzupimpen, sondern auch unser Herz zu schützen? 

So weit kann man in seinen Empfehlungen wohl aktuell noch nicht gehen, denn es handelt sich hierbei um eine sog. retrospektive, also rückblickende Studie, bei der natürlich Fehlinterpretationen nicht auszuschließen sind. 

Z.B. könnte es sein, dass gesündere und sexuell aktivere Männer eher PDE-5-Hemmer wie Viagra und Co. eingenommen haben als das Vergleichspräparat Alprostadil, welches lokal in den Penis injiziert wird. 

Insofern kann also nicht eindeutig geklärt werden ob die beobachteten Effekte kausal, also ursächlich auf das Viagra zurückzuführen sind oder ob es sich doch eher um eine Korrelation handelt.

Dennoch bleibt diese Beobachtung höchst spannend und sollte zumindest Anlass sein Herzpatienten, ihre fast immer unbegründete Angst vor Sexualität und vor der Anwendung dieser letztlich segensreichen Wirkstoffe, zu nehmen, 

um ihnen nach gründlicher Untersuchung auch wieder zu einem erfüllenden Sexualleben verhelfen zu können.

Spannend wäre hier natürlich eine große Studie, die PDE-5-Hemmer vom Typ Viagra und Co. prospektiv und placebokontrolliert, also gegen ein Scheinmedikament in Bezug auf eine mögliche Schutzwirkung auf unser Herz-Kreislauf-System untersucht. 

Mich wundert, dass es eine solche Studie nicht schon längst gibt, denn wie Sie ja vielleicht wissen wurden ja Viagra und Co. ursprünglich als Bluthochdruckmedikamente entwickelt und erforscht, sodass ich hier nicht erstaunt wäre, wenn diese Wirkstoffe vielleicht tatsächlich am Ende nicht nur für eine erfüllte Sexualität sorgen könnten sonder ggf. auch noch unser Herz erfreuen…

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,

so viel heute von meiner Seite! 

Mich interessiert jetzt was Sie von den kleinen blauen Pillen halten, schreiben Sie es in die Kommentare und diskutieren Sie mit!

Teilen Sie dieses Video gerne mit Menschen, denen es helfen könnte, vergessen Sie auch nicht meinen Kanal zu abonnieren sonst verpassen Sie vielleicht das Beste. 

Bis dahin, machen Sie es gut und bleiben Sie schön gesund,

Ihr Dr. Heart 😉

Quelle: 

Daniel P.AnderssonMD, PhDaLauraLanducciMDbYlva TrolleLagerrosMD, PhDcdAlessandraGrottaPhDeRinoBelloccoScDefMikaelLehtihetMD, PhDaMartin J.HolzmannMD, PhDcg

Journal of the American College of Cardiology, Volume 77, Issue 12, 30 March 2021, Pages 1535-1550

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0735109721002400?via%3Dihub

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