Herzkatheteruntersuchung – Risiken und Nebenwirkungen

Mittlerweile eine absolute Routineuntersuchung in Deutschland, aber dennoch naturgemäß nicht ohne Risiken und mögliche Nebenwirkungen: die Herzkatetheruntersuchung

Mit welchen Risiken und Nebenwirkungen muss ich bei der Herzkatheteruntersuchung, der sog. Koronarangiographie rechnen?

Risiken und Nebenwirkungen dieses Untersuchungsverfahren bestehen zum einen in der Strahlenbelastung, da es sich hierbei ja um eine länger andauernde Röntgenuntersuchung handelt. Prinzipiell sollte man natürlich immer bemüht sein den eigenen Körper vor hochenergetischen Strahlen wie Röntgenstrahlen zu schützen, da hierdurch das Risiko für die Entwicklung von Schäden an der Erbsubstanz der Zellen mit dann möglicher nachfolgender Entartung, sprich Krebsentstehung zunimmt. Daher werden ja auch verschiedenste technische Vorkehrungen getroffen, um die Belastung ihres Körpers mit Röntgenstrahlung so niedrig wie möglich zu halten.

Zum anderen wird ein in der Regel jodhaltiges Kontrastmittel zur Darstellung der Herzkranzarterien verwendet, so dass es hierdurch zu einer Schädigung der Nieren kommen kann, die dieses Kontrastmittel ja ausscheiden müssen. Insbesondere wenn bereits eine Schädigung der Nieren vorliegt kann durch eine zusätzliche Belastung mit dem Kontrastmittel ein Versagen der Nierenfunktion ausgelöst werden. Der einzig wirksame Schutzmechanismus um die eigenen Nieren auf die Belastung mit dem Kontrastmittel vorzubereiten liegt in einer ausreichenden Zufuhr von Flüssigkeit, deshalb sollten Sie am Tag vor der Herzkatheteruntersuchung auf eine ausreichende Trinkmenge achten. Routinemässig werden vor der Untersuchung Ihre Nierenwerte überprüft und ggf. erfolgt dann bei leicht erhöhten Werten eine zusätzliche Infusionsbehandlung, um die Nieren bestmöglich vor und nach der Behandlung mit Flüssigkeit zu versorgen. Daneben kann es auch zu allergischen Reaktionen gegen das Kontrastmittel kommen, falls bei Ihnen also eine Allergieneigung bekannt ist oder Sie vielleicht sogar schon einmal eine Überempfindlichkeitsreaktion entwickelt haben, müssen Sie dies Ihrem Arzt unbedingt mitteilen.

Wichtig ist vor der Herzkatheteruntersuchung eine normale Schilddrüsenfunktion sicherzustellen, da es sonst durch das in dem Kontrastmittel vorhandene Jod bei einer bislang nicht entdeckten Überfunktion der Schilddrüse nach Gabe des jodhaltigen Kontrastmittels zu gefährlichen Entgleisungen der Schilddrüsenfunktion kommen kann. Aus diesem Grund wird vor jeder Herzkatheteruntersuchung die Schilddrüsenfunktion mittels eines Laborwertes (TSH) überprüft.

Zu den häufigsten, aber in der Regel sehr gut beherrschbaren Komplikationen gehören eine Einblutung in die Punktionsstelle der Arterie. Im Gegensatz zu einer normalen Blutentnahme, die ja an einer Vene stattfindet, wird ja bei der Herzkatheteruntersuchung eine Arterie punktiert in der ja ein vielfach höherer Druck als in einer Vene herrscht. In den meisten Fällen lassen sich derartige Komplikationen an der Punktionsstelle durch eine verlängerte Druckbehandlung gut beheben, in ganz seltenen Fällen muss ein Gefäßchirurg hinzugezogen werden. In sehr seltenen Fällen kann es auch zu Komplikationen an den Herzkranzarterien selber kommen, wie zum Beispiel einem Einriss der Herzkranzarterie beziehungsweise eine Einblutung in den Herzbeutel, die dann eine notfallmäßige Drainage mit Entlastung des Herzbeutels notwendig macht. Zu den sehr seltenen schweren Komplikationen zählen die Entwicklung eines Herzinfarktes oder eines Schlaganfalls oder weitere Blutgefäßverschlüsse durch während der Untersuchung abgelöste Blutgefäßablagerungen bzw. Blutgerinnsel. Das Risiko bei der Herzkatheter-Untersuchung zu versterben ist sehr gering, insbesondere wenn keine Behandlung einer Engstelle erfolgen muss. Aber auch wenn eine Engstelle erweitert und mit einem Stent versorgt werden muss liegt die Sterblichkeit im Krankenhaus, wenn nicht gleichzeitig ein Herzinfarkt, vorliegt zwischen 0,4 und 0,7 Prozent, wenn im Rahmen eines Herzinfarktes untersucht und behandelt werden muss ist die Sterblichkeit natürlich höher und beträgt bis zu 4,5 Prozent der Patienten mit sog. akutem Koronarsyndrom (Ärzteblatt 9/10/14). Somit ist die Herzkatheter-Untersuchung insgesamt ein sehr komplikationsarmer Eingriff.

 

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