Perikarditis – Verlauf und Behandlung

Die Entzündung unseres Herzbeutels, die Perikarditis: Welche Komplikationen können auftreten und wie wird sie behandelt?

Nachdem wir im vorausgegangenen Video über Ursachen und typische Beschwerden einer Perikarditis gesprochen haben geht es heute um den Verlauf und die Behandlung einer Herzbeutelentzündung. Zum Glück heilt eine unkomplizierte Perikarditis in mehr als 70% der Fälle relativ rasch innerhalb von 1-2 Wochen von selbst aus. Leider sind aber auch kompliziertere, rezidivierende Verläufe, also ein Wiederaufflammen der Entzündung nach einem beschwerdefreien Intervall von 4 bis 6 Wochen, nicht selten.

Die meisten Patienten mit einer Herzbeutelentzündung können zuhause, also ambulant behandelt werden. Eine stationäre Aufnahme sollte bei Verdacht auf eine spezielle, behandelbare Ursache erfolgen, wie z.B. bei einer vermuteten Tbc, bei Autoimmun- oder Tumorerkrankungen aber auch wenn eine besondere Risikokonstellation vorliegt. Dies ist z.B. bei Fieber > 38 oC oder einem großen Erguss im Herzbeutel mit der Gefahr einer sog. Tamponade der Fall, wenn also die Gefahr besteht, dass ein solche Flüsigkeitsansammlung im Herzbeutel die Füllung der Herzkammern und damit die Pumpfunktion des Herzens behindert und somit ggf. eine Punktion mit Ausleitung der Flüssigkeit, also eine Drainage erfordert.

Wie wird die Perikarditis behandelt?

Ziel der Behandlung ist es natürlich zum ersten durch eine korrekte Diagnosestellung unnötige Untersuchungen wie z.B. eine Herzkatheteruntersuchung, zu vermeiden, auch wenn das in Zweifelsfällen nicht immer möglich sein wird. Daneben geht es v.a. darum, die Beschwerden zu lindern, den Verlauf der Erkrankung abzukürzen, einen rezidivierenden Verlauf, also ein Wiederaufflammen der Entzündung zu verhindern und v.a. auch drohende Komplikationen wie die schon angesprochene Tamponade durch massive Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel zu vermeiden.

Die Behandlung der akuten Perikarditis besteht in der Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten. Zum einen sind dies schon seit langer Zeit die sog. “nicht-steroidalen Anti-Rheumatika” wie Ibuprofen oder ASS die nach einem bestimmten Dosierungs-Schema über mehrere Wochen eingenommen werden müssen. Zum Zweiten gehört seit einigen Jahren zusätzlich das ursprünglich als Gichtmittel bekannte Colchicin zum Behandlungsstandard. Colchicin konnte in Studien beeindruckende Effekte bei der Behandlung und v.a. auch bei der Vermeidung eines Rezidivs der Perikarditis zeigen und wird ebenfalls nach einem bestimmten Schema über drei Monate verabreicht. Nur noch sehr selten werden speziellen auch Cortison-Präparate angewendet.

Wichtig von Patientenseite ist v.a., genau wie wir das ja bereits bei der Myokarditis besprochen haben, konsequent drei Monate auf Sport und körperliche Anstrengung zu verzichten, um einen komplizierten Verlauf und v.a. ein Übergreifen der Entzündung auf den Herzmuskel zu vermeiden.
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