Herzmuskelentzündung

Myokarditis (Herzmuskelentzündung) – eine relativ häufige Ursache „ungeklärter Todesursachen“ junger Menschen

Heilt bei körperlicher Schonung meist folgenlos aus, selten gibt es jedoch auch dramatische Verläufe – die Myokarditis

Bei der Myokarditis handelt es sich um eine Entzündung des Herzmuskels. Die Endung -itis steht ja in der Medizin immer für eine Entzündung, Myokard heißt auf Deutsch Herzmuskel somit ist also eine Myokard-itis eine Herzmuskelentzündung.

Auslöser einer solchen Entzündung des Herzmuskels können infektiöse und nicht-infektiöse Ursachen sein. In ca. 50 % der Fälle wird die Entzündung des Herzmuskels durch Viren verursacht. Daneben können aber auch Bakterien , Pilze und andere Mikroorganismen eine infektiöse Myokarditis verursachen.

Die nicht-infektiösen Formen werden durch verschiedene meistens durch das Immunsystem vermittelte Mechanismen, z.B. im Rahmen von rheumatischen Erkrankungen hervorgerufen. Hierbei richtet sich das Abwehrsystem des eigenen Körpers, quasi fehlgeleitet, gegen Strukturen des Herzmuskels und löst somit eine Herzmuskelentzündung aus.

Sehr häufig geht einer Myokarditis ein grippaler Infekt voraus, es kann auch nach zunächst überstandener Grippe zu erneutem Krankheitsgefühl, Fieber und Brustschmerzen kommen, die dann eine mögliche Beteiligung des Herzens am Infektionsgeschehen anzeigen können. Art und Ausmaß der Beschwerden sind sehr unterschiedlich. Da die Mehrzahl der Fälle mit nur geringen oder sogar fehlenden Beschwerden verläuft werden wahrscheinlich die meisten Fälle gar nicht bemerkt bzw. diagnostiziert. In den Autopsien junger plötzlich verstorbener Erwachsener findet sich allerdings in ca. 10% eine Herzmuskelentzündung.

Häufig geklagte Beschwerden stehen meistens mit einem allgemeinen Infektgeschehen in Verbindung und beinhalten allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Schwäche, Herzstolpern, Herzrasen, Brustschmerzen bis hin zu Zeichen einer Herzschwäche wie zunehmender Luftnot.

In den allermeisten Fällen, nämlich in ca. 80% der Fälle, heilt die Myokarditis folgenlos aus. Gelegentlich verbleiben nach überstandener Entzündung eine Neigung zu Extraschlägen, also Extrasystolen, die dann zu dem Gefühl des Herzstolperns führen können. Es gibt jedoch auch schwerste Verläufe mit Komplikationen wie gefährlichen Herzrhythmusstörungen, die im schlimmsten Fall sogar zu einem plötzlichen Herztod führen können. In ungefähr 15% der Fälle kommt es zu einem chronischen, also dauerhaften Verlauf mit Ausbildung einer Erweiterung und Schwächung der linken Herzkammer, einer sog. dilatativen Kardiomyopathie, die dann eine dauerhafte Behandlung der Herzschwäche erfordert.

Wie können Sie sich vor einer Myokarditis schützen?
Wichtig ist es einen grippalen Infekt ernst zu nehmen und unter konsequenter körperlicher Schonung „ordentlich“ auszuheilen. Treibt man während einer Grippe Sport dann erhöht sich das Risiko dass der Infekt auf das Herz schlägt, sprich die Entzündung den Herzmuskel mit erfasst. Auch bei gesicherter Myokarditis steht die körperliche Schonung ganz im Vordergrund. Auch nach überstandener akuter Entzündung sollte man sich für mehrere Wochen nicht körperlich belasten, bis der Kardiologe Entwarnung gibt, da man sonst einen chronischen, also komplizierten dauerhaften Verlauf der Erkrankung riskiert.

Bei schweren Verläufen, die unter strikter körperlicher Schonung keine Besserung zeigen, kann versucht werden mittels Biopsien aus dem Herzmuskel, die man über eine Herzkatheteruntersuchung gewinnt, die Ursache der Entzündung herauszufinden und dann im Rahmen von Studien an spezialisierten Krankenhäusern eine Behandlung mit speziellen Medikamenten gegen Viren bzw. Immunsystem-hemmenden Medikamenten durchzuführen.

Sie merken sich also zum mit nach Hause nehmen: Bei einem grippalen Infekt ist konsequente körperliche Schonung angesagt, damit der Infekt nicht auf das Herz schlägt. Sollten Sie im Rahmen oder nach einem Infekt Herzschmerzen, Herstolpern oder erneutes Fieber entwickeln stellen Sie sich bitte bei Ihrem Arzt vor.

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