Schlaganfall und Vorhofflimmern

Behandlung mittels Vorhofohrverschluss (LAA-Okkluder)

Bei bestehendem Vorhofflimmern kommt man meist nicht um blutverdünnende Medikamente herum, wenn man einen Schlaganfall verhindern möchte. Doch es gibt eine Alternative!

Liebe LeserInnen,

interessanterweise entstehen 9 von 10 der Blutgerinnsel beim Vorhofflimmern in einer zipfelartigen Aussackung des linken Herzvorhofes, dem sog. Vorhofsohr.
Und jetzt stellen Sie sich mal vor, was passiert, wenn sich dieses Gerinnsel loslöst und mit dem Blutstrom in das Gehirn gespült wird!Dann kann dieses Blutgerinnsel dort eine Hirnarterie verstopfen, und der von diesem nunmehr verschlossenen Blutgefäß versorgte Anteil des Gehirns wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und stirbt innerhalb von Minuten ab. Das ganze nennt man dann einen Schlaganfall und der kann, wie wir das ja schon besprochen haben, zu schwersten Behinderungen, wie einer Halbseitenlähmung, bis hin zum Tod führen.

Die Standardbehandlung, mit der man betroffene Vorhofflimmer-Patienten vor einer Blutgerinnselbildung in den flimmernden Vorhöfen mit dann drohendem Schlaganfall schützt, ist eine medikamentöse „Blutverdünnung“. Naturgemäß ist eine solche Hemmung der Blutgerinnung aber immer auch mit dem Risiko von teils sogar spontanen Blutungen verbunden. Für Patienten mit einer erhöhten Blutungsneigung, bei denen das Risiko einer Blutung unter der blutgerinnungshemmenden Behandlung mit Medikamenten zu hoch erscheint, gibt es daher ein weiteres Verfahren eine Gerinnselbildung im linken Herzvorhof effektiv zu verhindern, ohne die mit einer „Blutverdünnung“ verbundene erhöhte Blutungsneigung in Kauf nehmen zu müssen.

Da, wie wir ja schon besprochen haben, 90% der Blutgerinnsel beim Vorhofflimmern im linken Herzvorhofsohr entstehen, macht es Sinn diese Struktur mechanisch durch das Einbringen eines speziellen Schirmchens vom Blutstrom auszuschließen und so eine Blutgerinnselbildung zu verhindern. Dabei wird über eine spezielle Herzkathetertechnik, ein solcher, sog. Vorhofsohr- bzw. LAA-Okkluder, also das Verschlussimplantat, über die Punktion einer großen Leistenvene eng zusammengefaltet in einem kleinen Plastik-Katheter zum Herzen vorgeführt. Unter Röntgendurchleuchtung wird der Katheter dann an die passende Stelle im Eingangsbereich des linken Vorhofsohres platziert und das Verschlussimplantat aus dem Katheter herausgeführt. Wenn der LAA-Okkluder an der richtigen Stelle platziert werden konnte wird er schließlich komplett freigesetzt und verbleibt dann auf Dauer im linken Herzohr. Das linke Herzohr wird somit nicht mehr durchblutet und es können somit auch keine Blutgerinnsel mehr aus dem Herzohr in den Kreislauf gelangen und einen Schlaganfall verursachen. Der Eingriff erfolgt in einem Herzkatheterlabor durch erfahrene Kardiologen und ist meistens nach 1-2 Stunden beendet und ist in der Regel auch nicht schmerzhaft.

Liebe LeserInnen, falls Sie an Vorhofflimmern leiden und bei Ihnen eine herkömmliche Blutgerinnungshemmung mit Medikamenten wegen einer zu hohen Blutungsgefahr nicht möglich oder problematisch ist können Sie im Gespräch mit Ihren behandelnden Ärzten erfahren, ob ein solcher Vorhofohrverschluss auch für Sie eine sinnvolle Option darstellen könnte.

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