Vorhofflimmern durch Abnehmen heilen – die Legacy-Studie

Gewichtsabnahme und Vorhofflimmern, Die Legacy-Studie

Vorhofflimmern durch nachhaltigen Gewichtsverlust heilen!

Nicht nur √úbergewicht und Fettsucht nehmen seit mehreren Jahrzehnten immer weiter zu sondern leider auch das Vorhofflimmern.. Aus vielen Untersuchungen ist bereits bekannt, dass Fettsucht u.a. mit einem erh√∂hten Risiko f√ľr die Entwicklung eines Bluthochdrucks, einer Blutzuckerkrankheit oder auch f√ľr sog. schlafbezogene Atmungsst√∂rungen verbunden ist. Weniger im kollektiven Bewusstsein ist hingegen die Tatsache,¬†dass Fettleibigkeit eben auch mit einem erh√∂hten Risiko f√ľr Vorhofflimmern vergesellschaftet ist.

Somit wäre es also vorstellbar, durch eine wirksame Behandlung der Fettsucht auch den Krankheitsverlauf des Vorhofflimmerns positiv beeinflussen zu können.

Mit genau dieser Frage hat sich die sog. Legacy-Studie befasst, die nämlich untersucht hat, inwiefern eine Gewichtsreduktion das (Wieder-) Auftreten von Vorhofflimmern beeinflussen kann.

Ein Forscherteam aus Australien von der Universit√§t in Adelaide, Australien hat 1.415 Patienten mit nicht permanentem Vorhofflimmern untersucht. In dieser Gruppe waren 355 Patienten mit einem BMI √ľber 27 (im Schnitt 33) √ľbergewichtig oder sogar fetts√ľchtig, also adip√∂s. Diese Gruppe wurde nun ‚Äď zus√§tzlich zur √ľblichen Vorhofflimmer-Therapie- in eine Untergruppe mit Gewichtsmanagement und eine Untergruppe ohne Gewichtsmanagement aufgeteilt. In der Gewichtsreduktionsgruppe wurden die Patienten engmaschig betreut, dokumentierten ihre Ern√§hrung und ihre k√∂rperliche Bet√§tigung und sie wurden regelm√§√üig dreimal im Monat motiviert dranzubleiben und auch j√§hrlich beim Arzt untersucht, inklusive eines Langzeit-EKG √ľber 7 Tage.

Im Ergebnis schaffte es tats√§chlich ein Drittel der Patienten langfristig √ľber 10% seines K√∂rpergewichtes abzuspecken, ein weiteres Drittel nahm zwischen 3‚Äď10% seines K√∂rpergewichtes ab und das √ľbrige Drittel nahm weniger als 3% des K√∂rpergewichtes ab bzw. nahm sogar zu.

Diejenigen Patienten, die √ľber 10% ihres Ausgangsgewichts verloren, konnten ihren Blutdruck, ihren Zuckerstoffwechsel und ihre Fettwerte deutlich verbessern, auch verbesserte sich das allgemeine Wohlbefinden in dieser Gruppe umso st√§rker, je ausgepr√§gter der Gewichtsverlust ausfiel.

Das erstaunlichste Ergebnis zeigte sich aber in Bezug auf das Wiederauftreten von Vorhofflimmern:

In der Kontrollgruppe waren nach etwa f√ľnf Jahren nur 13% der Patienten frei von Vorhofflimmern, wohingegen in der Gruppe mit moderatem Gewichtsverlust immerhin 22% und in der Gruppe mit einem dauerhaften Gewichtsverlust von √ľber 10% fast die H√§lfte der Patienten, n√§mlich 46% frei von Vorhofflimmern waren.

Eine¬†nachhaltige Gewichtsabnahme ist also ein hocheffektives Antiarrhythmikum bei Vorhofflimmern. Dabei sollte man aber auf kurzzeitige Di√§ten verzichten und sich um einen gleichm√§√üigen Gewichtsverlust bem√ľhen, denn ein intermittierender Jojo-Effekt und Gewichtsschwankungen √ľber 5% des K√∂rpergewichtes d√§mpften in der Studie den antiarrhythmischen Effekt deutlich ab. In meinen Augen ein erneuter Grund auf stumpfsinnige Di√§ten zu verzichten und sich dauerhaft um eine herzgesunde Ern√§hrung zu k√ľmmern !

Pathak RK et al. Long-Term Effect of Goal Directed Weight Management in an Atrial Fibrillation Cohort: A Long-term Follow-Up StudY (LEGACY Study). J Am Coll Cardiol 2015 Mar 16. doi: 10.1016/j.jacc.2015.03.002

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