Herzrhythmusstörungen feststellen

Dr. Heart gibt einen Überblick über die verschiedenen Diagnose-Verfahren bei Herzrhythmusstörungen

Die Feststellung von Herzrhythmusstörungen und v.a. die Unterscheidung der Herzrhythmusstörungen, insbesondere auch die Frage, ob es sich um harmlose oder relevante Formen handelt, gelingt in aller Regel mit dem EKG, dem Elektrokardiogramm, also der Herzstromkurve, welches während der Herzrhythmusstörung aufgezeichnet wird. Problematisch ist natürlich die Tatsache, dass viele Herzrhythmusstörungen nicht ständig vorhanden sind sondern nur gelegentlich auftreten, so dass sie oftmals mit dem normalen Ruhe EKG nicht entdeckt werden. Aus diesem Grunde kann mit einer Langzeit-EKG-Aufzeichnung die Wahrscheinlichkeit die entsprechende Herzrhythmusstörung auch zu erwischen erhöht werden, und zwar umso mehr, je länger das Langzeit EKG am Patienten angebracht ist. Häufig wird deshalb bereits ein Langzeit-EKG über 72 Stunden, also drei Tage angelegt. Letztlich macht aber auch die Aufzeichnung eines solchen Langzeit-EKG’s auch nur dann Sinn, wenn die Herzrhythmusstörung relativ häufig auftritt, nicht aber bei seltener auftretenden, zum Beispiel zweimal pro Monat bestehenden Herzrhythmusstörungen.

Hierfür muss man sich dann einer weiteren technischen Neuerungen bedienen, dem so genannten Ereignisrekorder, auch als Event Recorder bezeichnet.

Ein solches Gerät ab ich hier mal mitgebracht, diese sog. Event Recorder sind mittlerweile so klein dass sie unter lokaler Betäubung mit einer speziellen Spritze unter der Haut eingesetzt werden können und dann eine kontinuierliche EKG-Erfassung über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren ermöglichen. Insbesondere findet dieser Ereignisrecorder dann Anwendung, wenn bei Patienten ungeklärte Bewusstseinsverluste, sog. Synkopen, auftreten und hierfür ursächlich eine langsame oder aber auch schnelle Herzrhythmusstörung vermutet wird.

Ebenfalls zur Diagnostik bei Herzrhythmusstörungen gehört die Durchführung eines so genannten Belastungs-EKGs, also einem EKG das während körperlicher Belastung, meist auf dem Ergometer, aufgezeichnet wird. Hierbei können Herzrhythmusstörungen entdeckt werden, die vornehmlich unter Belastung auftreten, beziehungsweise kann das Verhalten von in Ruhe bestehenden Herzrhythmusstörung unter Belastung analysiert werden. Eine häufige Fragestellung ist auch, ob es unter körperlicher Belastung zu einem normalen Anstieg der Herzschlagfrequenz kommt. Gerade bei älteren Menschen liegt häufig als Ursache einer schlechten körperlichen Belastbarkeit und Luftnot eine so genannte chronotrope Inkompetenz vor, das heißt der Taktgeber der Sinusknoten ist nicht mehr in der Lage bei körperlicher Belastung eine benötigte schnellere Taktfrequenz für den Herzschlag vorzugeben. Gelegentlich kann in solchen Fällen dann sogar ein Herzschrittmacher benötigt werden.

Bei Menschen, die bereits einen Herzschrittmacher oder einen Defibrillator implantiert bekommen haben, kann natürlich auch bei jeder Kontrolle des Herzschrittmachers durch den betreuenden Kardiologen durch ein Auslesen des Ereigniszählers des Gerätes festgestellt werden, ob relevante Herzrhythmusstörungen seit der letzten Herzschrittmacherkontrolle aufgetreten sind.

Disclaimer

Die Vermittlung von Gesundheitsinformationen ist mit einer besonderen Verantwortung verbunden, der ich mir bewusst bin. Daher prüfe und aktualisiere ich die Inhalte und Empfehlungen kontinuierlich. Eine Garantie für Vollständigkeit, Korrektheit und letztendliche Aktualität kann ich jedoch nicht übernehmen. Wir haften daher nicht für eventuelle Schäden, die mit der Verwendung oder einem Missbrauch meiner veröffentlichten Inhalte entstehen. Zum Teil wird in den dargebotenen Beiträgen meine persönliche Meinung dargelegt, die ggf. auch von medizinischen Leitlinien oder Empfehlungen durch Fachgesellschaften abweichen kann. Hinweise zu Medikamenten oder Medizinprodukten sind keine Anleitung zur Selbstmedikation. Die auf der Dr. Heart Webseite dargebotenen Informationen dürfen nicht dazu verwendet werden, eine ärztliche Behandlung eigenständig zu beginnen, zu verändern oder zu beenden, hier ist in jedem Fall ihr Arzt zu konsultieren. Dr. S. Waller und Mitarbeiter sind unter keinen Umständen für Schäden haftbar zu machen, die sich aus der Nutzung der dargebotenen Informationen ergeben könnten. Es ist nicht beabsichtigt, mit diesem Haftungsausschluss gegen geltendes nationales Recht zu verstoßen. Die Informationen auf dr-heart.de ersetzen nicht Ihren persönlichen Arztbesuch, bei entsprechenden gesundheitlichen Problemen ist in jedem Fall ihr Arzt aufzusuchen, der eine korrekte Diagnose stellen und ggf. eine passende Therapie einleiten kann.