Sportlerherz – Symptome & Risiken

Sportlerherz ‚Äď Was ist das, und ist das gef√§hrlich?

Bei intensiv ausge√ľbtem Leistungssport wird nicht nur unsere Muskulatur gekr√§ftigt, auch unser Herz passt sich an die vermehrte k√∂rperliche Belastung an.
Bestimmt haben Sie auch schon einmal vom sogenannten Sportlerherz gehört, aber was genau soll das sein und handelt es sich dabei um eine Erkrankung oder um eine positive Anpassungsreaktion unseres Herzens?

Was ist ein Sportlerherz?

Als Sportlerherz, im englischen auch als ‚Äěathletes‚Äė heart‚Äú bezeichnet, wird eine nicht-krankhafte Vergr√∂√üerung und Verdickung des Herzens durch k√∂rperliches Training in Form von Leistungssport, insbesondere Ausdauersport, bezeichnet.

Dabei f√ľhrt intensives k√∂rperliches Training nicht nur zu einer Zunahme unserer Skelett-Muskelmasse, sondern auch unser Herzmuskel passt sich an die st√§ndige k√∂rperliche Belastung an, sodass unter gewissen Umst√§nden ein Sportlerherz entstehen kann. Denn bei verst√§rkter k√∂rperlicher Bet√§tigung hat die arbeitende Muskulatur einen erh√∂hten Sauerstoffbedarf den unser Herz durch Mehrarbeit bereitstellen muss. Damit das Herz diesem Mehrbedarf an Durchblutung gerecht werden kann findet bei wiederholtem (Ausdauer-)Sport von deutlich mehr als einer Stunde pro Tag ein Umbau des Herzens statt:
Dabei kommt es beim trainierten Herzen sowohl zu einer Vergrößerung der Herzkammern als auch zu einem Zuwachs seiner Muskelmasse, einer sogenannten Hypertrophie. Durch diese Anpassungsmechanismen kann das Sportlerherz dann bei Bedarf mehr Blut auswerfen. Das maximale Herzzeitvolumen, also die maximale Menge an Blut, die unser Herz bei hoher Belastung pumpen kann, kann im Vergleich zum Untrainierten das doppelte betragen!

Was sind Sportlerherz Symptome?

Diese Hypertrophie, also die Verdickung des Herzmuskels und auch die Vergr√∂√üerung der Herzkammern bei Leistungssportlern, ist im Gegensatz zu vielen krankhaften Ursachen einer Verdickung des Herzmuskels ein¬†nat√ľrlicher Anpassungsprozess¬†des Herzens, also eine angemessene physiologische Antwort auf eine vermehrte Belastung. Da dies eben kein krankhafter Prozess ist, macht das Sportlerherz in der Regel auch keine l√§stigen Symptome, also keine Beschwerden. Durch die gesteigerte Pumpleistung des ‚Äútrainierten‚ÄĚ Herzmuskels beobachtet man jedoch in Ruhe eine typischerweise herabgesetzte Herzschlagfrequenz (s.u.). Die durch Sport herbeigef√ľhrte Herzvergr√∂√üerung bringt f√ľr den Sportler nach dem aktuellen Stand der Forschung¬†kein erh√∂htes Gesundheitsrisiko¬†und bildet sich nach Beendigung der k√∂rperlichen Belastung auch wieder zur√ľck.

Normaler ‚ÄěGesundheitssport‚Äú, also der f√ľr gesundheitliche Zwecke empfohlene Sport von niedriger bis moderater Intensit√§t,¬†f√ľhrt nicht zum Sportlerherz,¬†hierf√ľr ben√∂tigt man eine exzessive Belastung wie sie im Leistungssport vorgefunden wird.

Was sind Sportlerherz Folgen?

Durch die beschriebenen Anpassungsvorg√§nge n√§mlich der Vergr√∂√üerung der Herzkammern und der Hypertrophie, also der Verdickung des Herzmuskels der linken Herzkammer kann das Sportlerherz pro Herzschlag nat√ľrlich mehr Blut auswerfen als das untrainierte Herz. Dies f√ľhrt dazu, dass der Leistungssportler in Ruhe eine sehr viel¬†niedrigere Herzschlagfrequenz¬†ben√∂tigt, um die gleiche Menge Blut zu pumpen als der Untrainierte. Daher fallen Leistungssportler oftmals mit sehr niedrigen Pulsfrequenzen in Ruhe auf, sind dabei aber vollkommen beschwerdefrei. Wenn ich in der Praxis Langzeit-EKG¬īs auswerte erschrecke ich manchmal kurz wenn Patienten nachts teilweise Herzfrequenzen von 30-40/Minute haben. Wenn ich dann genauer in die Akte schaue handelt es sich dann aber meistens um Leistungssportler, bei denen derartig niedrige Herzfrequenzen als ‚ÄěSportlerherz-Folgen‚Äú toleriert werden k√∂nnen solange keine Beschwerden damit verbunden sind.

Wichtig ist nun diese Ver√§nderungen, die beim Sportlerherz auftreten k√∂nnen, also die Verlangsamung des Herzschlags, die sog. Bradykardie, die Herzvergr√∂√üerung, medizinisch Kardiomegalie und die Muskelverdickung des Herzens, die Hypertrophie, von krankhaften Ver√§nderungen ernstzunehmender Herzerkrankungen abzugrenzen. Die h√§ufigste Ursache f√ľr eine muskul√§re Verdickung des Herzens ist ja der nicht ausreichend behandelte Bluthochdruck. Daneben ist aber insbesondere die Abgrenzung zu angeborenen Herzmuskelerkrankungen, wie der sog. hypertrophen Kardiomyopathie mit der Gefahr des pl√∂tzlichen Herztodes wichtig, da gerade f√ľr diese Patienten mit einer angeborenen Herzerkrankung Leistungssport oftmals lebensgef√§hrlich sein kann. Auch¬†Anabolika¬†k√∂nnen das Herz krankhaft vergr√∂√üern.¬†Das Sportlerherz selber hingegen f√ľhrt NICHT geh√§uft zum pl√∂tzlichen Herztod!

Auch wenn dies nicht immer ganz einfach ist gelingt die Unterscheidung des Sportlerherzens zu krankhaften Veränderungen des Herzens durch Untersuchungen wie der Echokardiographie, also dem Herz-Ultraschall, der Magnetresonanztomographie (Herz-MRT) und ggf. weiteren Untersuchungen in der Hand des Spezialisten recht gut.

Wir fassen zusammen:
Beim intensiv trainierenden Leistungssportler kann es zu Anpassungsreaktionen des Herzens in Form von Herzvergr√∂√üerung, Verdickung der Herzmuskelwand und einem in Ruhe typischerweise langsamen Pulsschlag kommen. Das sind typische Symptome eines Sportlerherzens. Diese Anpassungsreaktionen erm√∂glichen es dem Sportler bei Bedarf die Herzleistung, also das Pumpvolumen des Herzens, deutlich zu steigern und dem Mehrbedarf anzupassen. Das Sportlerherz stellt damit keine Risiken oder Gefahren f√ľr den Sportler dar.

Findet man diese Veränderungen jedoch beim Untrainierten, sind sie meist Ausdruck einer Herzerkrankung. Wichtig ist vor allem die Abgrenzung zu Erkrankungen des Herzmuskels, wie der sog. hypertrophen Kardiomyopathie, da hierbei insbesondere bei sportlicher Betätigung die Gefahr des plötzlichen Herztodes besteht.

Abschlie√üend m√ľssen wir aber unbedingt festhalten, dass Sport insgesamt betrachtet sowohl f√ľr den gesunden Menschen als auch bei den allermeisten Herzerkrankungen richtig angewendet sehr positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden, den Krankheitsverlauf und die Lebensdauer hat.

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