Stefan Waller ist seit mehreren Jahren praktizierender Internist und Kardiologe und hat sich aus Leidenschaft der Vermittlung komplexer medizinischer Sachverhalte in möglichst einfacher und verständlicher Sprache gewidmet.
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Das Obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) – Therapie
Extrem häufig, zu oft unerkannt aber effektiv behandelbar: Das Obstruktive Schlafapnoesyndrom.
Was hat ein Schlafapnoesyndrom mit unserem Herzen zu tun, eigentlich ist es doch eine Erkrankung, die eher die Lunge betrifft. Wie so häufig im Leben sind die Dinge etwas komplizierter und die Organe in unserem Körper stehen natürlich in einer Wechselbeziehung zueinander.
Aufgrund der vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen während der wiederholten nächtlichen Alarmreaktionen des Körpers wenn der Sauerstoffgehalt in unserem Blut aufgrund der blockierten Atmung gefährlich abfällt, entwickelt sich ein Bluthochdruck. Dieser wiederum ist ja einer der wichtigsten Risikofaktoren und Beschleuniger der großen Volkskrankungen wie der koronaren Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche. Daneben begünstigt die wiederholte Ausschüttung von Stresshormonen auch das Auftreten von Herzrhythmusstörungen wie z.B. dem Vorhofflimmern.
Schön und gut, jetzt wissen wir also, dass das SAS eine ziemlich üble Sache zu sein scheint, stellt sich die Frage, was kann ich tun?
Zunächst einmal muss natürlich die korrekte Diagnose gestellt werden, daher ist der erste Schritt, wenn bei Ihnen oder ihrem Partner also die eben besprochenen Beschwerden vorliegen sollten sich bei ihrem Hausarzt vorzustellen. Der Hausarzt wird Sie dann bei entsprechendem Verdacht einem Spezialisten vorstellen. Über einen speziellen Recorder, den sie mit nach Hause nehmen können, kann dann während des Schlafes ihre Atmung und der Sauerstoffgehalt des Blutes überprüft und dokumentiert werden. Sollte sich hieraus tatsächlich der Verdacht auf ein Schlafapnoesyndrom bestätigen, wird die endgültige Diagnose in einem so genannten Schlaflabor anhand etwas komplizierterer Untersuchungen gestellt.
Die gute Nachricht ist, dass man das SAS, wenn man es erstmal diagnostiziert hat, heutzutage gut behandeln kann.
Zu den Basismaßnahmen, die in leichten Fällen oftmals schon zum Erfolg führen können gehört ein Übergewicht zu reduzieren, auf abendlichen Alkoholgenuss zu verzichten und auch keine Schlaf- oder Beruhigungsmittel einzunehmen, die diese Art von Schlafstörung sogar verstärken können. Teilweise kann in leichteren Fälle der Erkrankung durch eine so genannte Unterkiefer-Protrusionsschiene der Unterkiefer nach vorne verlagert werden was das Zusammenfallen der Atemwege oftmals verhindern und somit in leichten Fällen der Erkrankung oftmals bereits zum Erfolg führen kann.
Die entscheidende Therapieform, die in den meisten Fällen dieser Erkrankung zum dauerhaften Erfolg führt ist die sog. die CPAP-Therapie, die Abkürzung steht für continuous positive airway pressure, also kontinuierlich erhöhter Atemwegsdruck. Hierdurch wird über eine Maske ein kontinuierlich erhöhter Atemwegsdruck ausgeübt, der wie eine Luftschiene das Zusammenfallen der oberen Atemwege verhindert. so dass es nicht mehr zu den problematischen Atemaussetzern infolge Kollabieren der Atemwege kommen kann. Die Behandlung mit einem solchen Beatmungsgerät wird in einem Schlaflabor erlernt und eingestellt.
Auch wenn viele Patienten zunächst vor der Vorstellung zurückschrecken mit einer Maske schlafen gehen zu müssen ist es doch so, dass die meisten Patienten oft bereits nach der ersten Nacht berichten sich wie neugeboren zu fühlen und endlich wieder leistungsfähig, konzentriert und fit zu sein. Auch die drohenden Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck Herzrhythmusstörungen und Depressionen können durch eine erfolgreiche Therapie mit der CPAP Maske erfolgreich beeinflusst werden.
Also wenn Sie oder Ihr Partner an den eben genannten Beschwerden leiden zögern Sie nicht und gehen Sie zu dem Arzt Ihres Vertrauens.