Vorhofflimmern – was tun?

Warum sollte man Vorhofflimmern behandeln? Die verschiedenen Behandlungsstrategien, Blutverdünnung, Rhythmus- und Frequenzkontrolle

Bei der Behandlung des Vorhofflimmerns muss man unterscheiden zwischen der Behandlung der Herzrhythmusstörung selber, bei der man entweder versucht den ursprünglichen, regelmäßigen Sinusrhythmus wiederherzustellen oder aber sich darauf beschränkt die Herzfrequenz, also den Puls zu bremsen und der Behandlung zur Vermeidung von Komplikationen des Vorhofflimmern durch die bereits angesprochene Gefahr der Ausbildung von Blutgerinnseln in den flimmernden Herzvorhöfen. Hierbei ist die effektivste Maßnahme sich vor einem Schlaganfall bei Vorhofflimmern zu schützen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes durch Medikamente herabzusetzen, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Gerinnselbildung in den flimmernden Herzvorhöfen drastisch reduziert werden kann. Eine solche blutverdünnende Behandlung wird auch als Antikoagulation bezeichnet und wurde bislang klassischerweise mit Marcumar beziehungsweise Falithrom durchgeführt. In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe neuer Medikamente zur Blutverdünnung also zur Antikoagulation auf den Markt gekommen, diese werden wir in nachfolgenden Videos genauer besprechen.

Noch viel entscheidender als die Frage alte oder neue Antikoagulantien, also Blutverdünner ist dass Patienten mit einem Vorhofflimmern überhaupt eine effektive Blutverdünnung erhalten, um vor einem Schlaganfall geschützt zu sein. Leider werden zum aktuellen Zeitpunkt fast die Hälfte aller Menschen mit Vorhofflimmern, die eine Blutverdünnung als Schlaganfallschutz dringend benötigen würden, nicht effektiv behandelt. Eine Behandlung mit dem Blutplättchenhemmer Aspirin/ASS ist kein Ersatz für eine effektive Blutverdünnung mit Marcumar bzw. einem neuartigen Gerinnungshemmer. Der behandelnde Arzt kann über sog. Risikoscores das Risiko für einen Schlaganfall berechnen und somit die Indikation zur Durchführung einer Blutverdünnung stellen. In aller Regel ist bei Vorliegen eines Vorhofflimmerns auch die Notwendigkeit der Blutverdünnung geben, lediglich bei jungen Patienten unter 65 Jahren, die keine weiteren Risikofaktoren haben kann gegebenenfalls von einer Blutverdünnung abgesehen werden. Natürlich ist eine Gerinnungshemmung eine hochwirksame Behandlung, deren wichtigste Nebenwirkungen beziehungsweise Komplikation naturgemäß die Blutung darstellt, da man ja das Blutgerinnungssystem hemmt. In aller Regel ist aber das Blutungsrisiko deutlich niedriger als das Schlaganfallrisiko eines unbehandelten Vorhofflimmerns.

Sie merken sich bitte: Die wichtigste Maßnahme bei Vorhofflimmern ist sich vor einem Schlaganfall durch Gerinnselbildung in den flimmernden Herzvorhöfen zu schützen. Dies geschieht in aller Regel durch eine medikamentöse Blutverdünnung, eine sog. Antikoagulation, die bis auf ganz wenige Ausnahmen in fast allen Fällen von Vorhofflimmern indiziert ist.

 

das könnte Sie auch interessieren:

 

Herzrhythmusstörungen – Allgemeines

Herzrhythmusstörungen – Einführung

Was sind Herzrhythmusstörungen?

Herzrhythmusstörungen – Ursachen

Herzrhythmusstörungen – Diagnostik

Wann sollten Herzrhythmusstörungen behandelt werden?

 

Herzrhythmusstörungen – Vorhofflimmern

Was ist Vorhofflimmern?

Ursachen des Vorhofflimmerns

Verlauf und verschiedene Formen des Vorhofflimmerns

Vorhofflimmern – so fühlt es sich an

Abnehmen gegen Vorhofflimmern – die Legacy-Studie

Sport gegen Vorhofflimmern – die CARDIO-FIT Studie

 

 

zurück zum Hauptmenü

Disclaimer

Die Vermittlung von gesundheitsrelevanten Sachverhalten, Themen und Informationen ist naturgemäß mit einer besonderen Verantwortung verbunden, der ich mir bewusst bin. Aus diesem Grund prüfe ich die von mir verwendeten Inhalte sorgfältig und versuche sie auf dem jeweils aktuellsten Stand zu halten. Dennoch kann ich keine abschließende Garantie für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Inhalte übernehmen und hafte daher auch nicht für Schäden, die ggf. durch Verwendung oder sogar Missbrauch der dargestellten Inhalte entstehen könnten. An manchen Stellen gebe ich auch meine ganz persönliche Meinung zu bestimmten Sachverhalten wieder, die ggf. auch von anderslautenden Empfehlungen medizinischer Fachgesellschaften bzw. von bestimmten medizinischen Leitlinien abweichen kann.

Die auf der Dr. Heart Webseite dargebotenen Inhalte verstehen sich als eine zusätzliche Informationsquelle, die es Betroffenen und Patienten ermöglichen soll besser vorinformiert in das Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu gehen. In keinem Fall kann und soll die enge Zusammenarbeit und Interaktion mit Ihrem behandelnden Arzt ersetzt werden. Das von mir bereitgestellte Informationsangebot kann und darf auch nicht dazu verwendet werden eine Behandlung selbstständig zu beginnen, zu verändern oder zu beenden. In allen Fällen und Fragen, die Ihre konkrete medizinische Behandlung angehen konsultieren Sie bitte in jedem Fall ihren behandelnden Arzt. Die Informationen, die auf der Dr. Heart Webseite veröffentlicht werden ersetzen auf keinem Fall einen persönlichen Arztbesuch bei Gesundheitsproblemen jedwelcher Art. Letztlich kann nur Ihr behandelnder Arzt oder Ärztin eine Diagnose stellen und die für Sie passende Behandlung einleiten. In meinen Videoclips gegebene Informationen zu Medikamenten oder Medizinprodukten sind auf keinen Fall als Anleitung zur Selbstmedikation zu verstehen und entbinden auch nicht von der Sorgfaltspflicht die jeweils aktuellen Hinweise auf dem Beipackzettel lesen.

In keinem Fall bin ich, Dr. J. Stefan Waller, oder einer meiner Mitarbeiter für jedwelche Schäden haftbar zu machen, die sich aus der Nutzung der Informationen meiner Dr. Heart Webseite ergeben könnten.

Es ist nicht beabsichtigt, mit diesem Haftungsausschluss gegen geltendes nationales Recht zu verstoßen.