Herz-Mythen Teil 2

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,

im ersten Teil unserer Top-10-Herzmythen-Serie haben Sie u.a. erfahren ob einem durch einen Schreck tats√§chlich das Herz stehen bleiben kann und ob die Atherosklerose, also die ‚ÄěGef√§√üverkalkung‚Äú tats√§chlich eher ein Thema f√ľr alte Menschen ist.

Jetzt geht es mit 5 spannenden Herzmythen weiter!

Mythos #5: Sex ist nach dem Herzinfarkt verboten

Dieser Mythos ist Gott sei Dank ebenfalls: Falsch!

Es gibt keinen Grund daf√ľr, dass Sie sich nach dem Herzinfarkt in Ihrem Liebesleben einschr√§nken m√ľssten ‚Äď solange Sie sich danach f√ľhlen und in einem stabilem Gesundheitszustand sind. Die k√∂rperliche Belastung beim Sex entspricht etwa 1-2 Etagen Treppensteigen, die Herzfrequenz ist √§hnlich wie beim Rasenm√§hen oder leichter Hausarbeit, liegt also normalerweise v√∂llig im Rahmen, auch wenn es hier vielleicht einige Matratzenakrobaten gibt, die Ihren Puls etwas mehr in Wallungen bringen als andere…¬†

Wenn Sie also 1-2 Etagen Treppensteigen im Alltag gut bewältigen können, dann steht auch Ihrem Liebesspiel nichts im Wege, schauen Sie hierzu und auch zu der Frage der kleinen blauen Helferchen am besten  mal in mein Video zum Thema…

Mythos #4: Egal ob Mann oder Frau, ein Herzinfarkt zeigt sich immer gleich

Auch das ist falsch, denn eine Herzerkrankung kann sich bei M√§nnern und Frauen unterschiedlich √§u√üern. Die meisten Menschen haben bei einem Herzinfarkt tats√§chlich h√§ufig das typische Gef√ľhl, dass ihnen ein ‚ÄěElefant auf der Brust sitzt‚Äú, aber es gibt auch weniger klassische Beschwerden, und diese betreffen h√§ufiger Frauen. Eine Studie in der Zeitschrift Circulation (2003) fand z.B. heraus, dass fast die H√§lfte, n√§mlich 43% der Frauen keine Brustschmerzen bei ihrem Herzinfarkt versp√ľrten! Im Vordergrund standen h√§ufig Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Ersch√∂pfung oder √úbelkeit.

Au√üerdem unterscheiden sich M√§nner und Frauen in dem typischen Alter, einen Herzinfarkt zu bekommen. M√§nner bekommen ihn am h√§ufigsten in ihren 50ern, Frauen dagegen erst ca. 10 Jahre sp√§ter. Dies liegt vermutlich am herzsch√ľtzenden ‚ÄěFrauenhormon‚Äú √Ėstrogen.

Mythos #3: Wenn man Bluthochdruck hat, helfen nur noch Medikamente / Wenn man schon Medikamente nimmt, ist der Lebensstil sowieso egal

Bei einem sehr hohen Blutdruck sind blutdrucksenkende Medikamente notwendig, aber mit einem gesunden Lebensstil kann man häufig die Menge an notwendigen Medikamenten reduzieren. Und in vielen Fällen von nur leicht erhöhtem bzw. beginnendem Bluthochdruck kann es auch schon ausreichen, sich gesund zu ernähren, abzunehmen, Sport zu treiben und mit dem Rauchen aufzuhören, sodass man um Medikamente teilweise sogar ganz herumkommt!

Und das gilt nat√ľrlich nicht nur f√ľr den Blutdruck, sondern auch f√ľr andere Risikofaktoren wie den Cholesterinspiegel. Auch wenn man hier gerade als Herzpatient meist um die Einnahme von Cholesterinsenkern, meist Statinen, nicht herumkommt, kann man mit konsequenter Verbesserung des Lebensstils sehr h√§ufig eben doch sehr viel erreichen, auch wenn man immer wieder anderslautende Aussagen h√∂rt.

Ich habe z.B. durch Ernährungsverbesserung, Gewichtsabnahme und Sport meinen LDL-Cholesterinspiegel von 156mg/dl auf 108mg/dl absenken können…

Also: Im Vordergrund steht immer der Lebensstil, wenn Sie allerdings bereits erkrankt sind, dann m√ľssen meist zus√§tzlich aber nicht alternativ zu Ihrem Lebensstil auch einige Medikamente ran‚Ķ

Mythos #2: Ob wir einen Herzinfarkt bekommen, wird durch unsere Genetik bestimmt

Das genetische Gepäck, das wir von unseren Eltern mit auf den Weg bekommen, spielt tatsächlich eine wichtige Rolle, auch bei der Entwicklung vieler Herzkrankheiten.

Aber: 

Wie meine Biolehrerin schon immer zu sagen pflegte:

Die Genetik mischt die Karten, die Umwelt spielt mit ihnen!

Und diese ‚ÄěUmwelt‚Äú, das ist v.a. unserer Lebensstil und den haben wir selber in der Hand! Studien zeigen z.B., dass wir etwa 90% aller Herzinfarkte und 80% aller Schlaganf√§lle durch gesunden, klugen Lebensstil vermeiden k√∂nnen, also, worauf warten wir?!

Mythos #1: Wenn man keinen Alkohol trinkt, sollte man schleunigst damit anfangen, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,

dies ist jetzt tats√§chlich eine etwas traurige Nachricht. Bis vor kurzem konnte man ja tats√§chlich noch √ľberall lesen, dass moderate Mengen alkoholischer Getr√§nke unserer Gesundheit eher zutr√§glich w√§ren‚Ķ

Leider hat uns nun die Melinda und Bill Gates-Stiftung mit einer gro√üen Studie diese letzte Hoffnung nun auch noch zerst√∂rt. Selbst in geringen Mengen scheinen die negativen Folgen des Alkohols, wie z.B. eine erh√∂hte Rate an Krebserkrankungen zu √ľberwiegen, sodass es die ‚Äěsch√ľtzende‚Äú geringe Alkoholdosis wohl nicht zu geben scheint.

Ob wir uns nun deshalb den Alkohol komplett verkneifen oder doch hier und da mal ein Gläschen in Ehren gönnen, diese Entscheidung, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, kann ich Ihnen nicht abnehmen.

Ich halte es mit den Worten meines alten Professors: Das Leben ist eine sexuell √ľbertragbare Erkrankung mit stets t√∂dlichem Ausgang..

 

In diesem Sinne, ich hoffe wir, also meine Kollegin Linda Weißer, die diesen Clip mit recherchiert hat, und ich konnten Ihnen ein paar schöne Aha-Momente bescheren,

bis dahin, bleiben Sie schön gesund und hören Sie auf Ihr Herz!

Disclaimer

Die Vermittlung von Gesundheitsinformationen ist mit einer besonderen Verantwortung verbunden, der ich mir bewusst bin. Daher pr√ľfe und aktualisiere ich die Inhalte und Empfehlungen kontinuierlich. Eine Garantie f√ľr Vollst√§ndigkeit, Korrektheit und letztendliche Aktualit√§t kann ich jedoch nicht √ľbernehmen. Wir haften daher nicht f√ľr eventuelle Sch√§den, die mit der Verwendung oder einem Missbrauch meiner ver√∂ffentlichten Inhalte entstehen. Zum Teil wird in den dargebotenen Beitr√§gen meine pers√∂nliche Meinung dargelegt, die ggf. auch von medizinischen Leitlinien oder Empfehlungen durch Fachgesellschaften abweichen kann. Hinweise zu Medikamenten oder Medizinprodukten sind keine Anleitung zur Selbstmedikation. Die auf der Dr. Heart Webseite dargebotenen Informationen d√ľrfen nicht dazu verwendet werden, eine √§rztliche Behandlung eigenst√§ndig zu beginnen, zu ver√§ndern oder zu beenden, hier ist in jedem Fall ihr Arzt zu konsultieren. Dr. S. Waller und Mitarbeiter sind unter keinen Umst√§nden f√ľr Sch√§den haftbar zu machen, die sich aus der Nutzung der dargebotenen Informationen ergeben k√∂nnten. Es ist nicht beabsichtigt, mit diesem Haftungsausschluss gegen geltendes nationales Recht zu versto√üen. Die Informationen auf dr-heart.de ersetzen nicht Ihren pers√∂nlichen Arztbesuch, bei entsprechenden gesundheitlichen Problemen ist in jedem Fall ihr Arzt aufzusuchen, der eine korrekte Diagnose stellen und ggf. eine passende Therapie einleiten kann.