Herzinfarktsterblichkeit – Die Mauer in den Herzen

Ost-West-Gefälle in der Herzinfarktsterblichkeit

Der Herzbericht 2015 zeigt: Es gibt ein drastisches Ost-West-Gefälle in Bezug auf das Risiko an einem Herzinfarkt zu sterben. Woran liegt das?

Auch wenn der Mauerfall jetzt schon viele Jahre zur√ľck liegt und auch die sprichw√∂rtliche Mauer in den K√∂pfen gl√ľcklicherweise auf dem R√ľckzug ist, so muss man doch feststellen, dass es weiterhin eine Mauer gibt, die wir noch einrei√üen m√ľssen, und die will ich jetzt mal als die Mauer in den Herzen bezeichnen. Und damit meine ich die Tatsache, dass es auch heute noch ein drastisches Ost-West-Gef√§lle gibt was das Risiko angeht an einem Herzinfarkt zu sterben. Obwohl der Herzbericht 2015¬†insgesamt beeindruckende Fortschritte in der Verbesserung der Versorgung von Herzpatienten¬†zeigen konnte und die¬†Sterblichkeit von Patienten mit einem akuten Herzinfarkt in der Zeit zwischen 1990 und 2013 um 40 % gesenkt¬†werden konnte, zeigt der Bericht gleichzeitig dringenden Handlungsbedarf in einzelnen Bundesl√§ndern auf. Insbesondere in den neuen Bundesl√§ndern ist das Risiko an einem t√∂dlichen Herzinfarkt zu versterben drastisch erh√∂ht im Vergleich mit den meisten westdeutschen Bundesl√§ndern. Der traurige Spitzenreiter in Sachen Herzinfarkt-Sterblichkeit ist das Bundesland Sachsen-Anhalt wo mit 99 Menschen pro 100.000 Einwohner im Jahre 2013 mehr als doppelt so viele Todesopfer an akutem Herzinfarkt zu beklagen waren wie in Schleswig Holstein mit 43 gestorbenen Patienten pro 100.000 Einwohnern. Demnach¬†h√§ngt das Risiko an einem Herzinfarkt zu versterben auch in einem hoch entwickelten Land wie Deutschland auch entscheidend vom Wohnort ab.

(Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Herzstiftung)

Woran liegt das?

Zum einen gibt es¬†Unterschiede in der Arztdichte, die zumindest einen Teil des beobachteten Effekt es erkl√§ren k√∂nnen. So muss sich ein niedergelassener Kardiologe in den meisten der neuen Bundesl√§nder um deutlich mehr Patienten k√ľmmern als seine Kollegen im Westteil der Republik.

(Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Herzstiftung)

Viel entscheidender scheint aber ein ganz anderer Punkt zu sein, n√§mlich das immer noch vorhandene¬†ausgepr√§gte soziale Gef√§lle innerhalb Deutschlands. Diejenigen Bundesl√§nder die in Bezug auf Herzerkrankung besonders schlecht abschneiden sind auch meistens die mit dem geringsten Anteil von B√ľrgern mit h√∂herem Bildungsgrad und gleichzeitig geplagt von einer hohen Arbeitslosigkeit. Ein niedriger Bildungsgrad und hohe Arbeitslosigkeit hingegen, wirken sich sehr negativ auf unseren Lebensstil aus. In Bundesl√§ndern mit einer ‚Äěproblematischen‚Äú Sozialstruktur sind medizinische Risikofaktoren wie Fettleibigkeit, Zuckerkrankheit und Bluthochdruck sehr viel h√§ufiger und es wird mehr geraucht, weniger Sport getrieben und der Taillenumfang ist breiter.

Somit erscheint in die L√∂sung mal wieder in einer Verbesserung unseres Lebensstils zu liegen, hierbei sind wir alle einzeln gefordert, letzten Endes aber auch wir als Gesellschaft insgesamt, um beg√ľnstigenden Faktoren wie schlechtem Bildungsgrad und hoher Arbeitslosigkeit entschlossen entgegenzutreten.

Wir d√ľrfen gespannt sein auf die Herz Berichte der kommenden Jahre.

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