Vorhofflimmern – was tun?

Stefan Waller ist seit mehreren Jahren praktizierender Internist und Kardiologe und hat sich aus Leidenschaft der Vermittlung komplexer medizinischer Sachverhalte in möglichst einfacher und verständlicher Sprache gewidmet.

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    Warum sollte man Vorhofflimmern behandeln? Die verschiedenen Behandlungsstrategien, Blutverdünnung, Rhythmus- und Frequenzkontrolle

    Bei der Behandlung des Vorhofflimmerns muss man unterscheiden zwischen der Behandlung der Herzrhythmusstörung selber, bei der man entweder versucht den ursprünglichen, regelmäßigen Sinusrhythmus wiederherzustellen oder aber sich darauf beschränkt die Herzfrequenz, also den Puls zu bremsen und der Behandlung zur Vermeidung von Komplikationen des Vorhofflimmern durch die bereits angesprochene Gefahr der Ausbildung von Blutgerinnseln in den flimmernden Herzvorhöfen. Hierbei ist die effektivste Maßnahme sich vor einem Schlaganfall bei Vorhofflimmern zu schützen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes durch Medikamente herabzusetzen, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Gerinnselbildung in den flimmernden Herzvorhöfen drastisch reduziert werden kann. Eine solche blutverdünnende Behandlung wird auch als Antikoagulation bezeichnet und wurde bislang klassischerweise mit Marcumar beziehungsweise Falithrom durchgeführt. In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe neuer Medikamente zur Blutverdünnung also zur Antikoagulation auf den Markt gekommen, diese werden wir in nachfolgenden Videos genauer besprechen.

    Noch viel entscheidender als die Frage alte oder neue Antikoagulantien, also Blutverdünner ist dass Patienten mit einem Vorhofflimmern überhaupt eine effektive Blutverdünnung erhalten, um vor einem Schlaganfall geschützt zu sein. Leider werden zum aktuellen Zeitpunkt fast die Hälfte aller Menschen mit Vorhofflimmern, die eine Blutverdünnung als Schlaganfallschutz dringend benötigen würden, nicht effektiv behandelt. Eine Behandlung mit dem Blutplättchenhemmer Aspirin/ASS ist kein Ersatz für eine effektive Blutverdünnung mit Marcumar bzw. einem neuartigen Gerinnungshemmer. Der behandelnde Arzt kann über sog. Risikoscores das Risiko für einen Schlaganfall berechnen und somit die Indikation zur Durchführung einer Blutverdünnung stellen. In aller Regel ist bei Vorliegen eines Vorhofflimmerns auch die Notwendigkeit der Blutverdünnung geben, lediglich bei jungen Patienten unter 65 Jahren, die keine weiteren Risikofaktoren haben kann gegebenenfalls von einer Blutverdünnung abgesehen werden. Natürlich ist eine Gerinnungshemmung eine hochwirksame Behandlung, deren wichtigste Nebenwirkungen beziehungsweise Komplikation naturgemäß die Blutung darstellt, da man ja das Blutgerinnungssystem hemmt. In aller Regel ist aber das Blutungsrisiko deutlich niedriger als das Schlaganfallrisiko eines unbehandelten Vorhofflimmerns.

    Sie merken sich bitte: Die wichtigste Maßnahme bei Vorhofflimmern ist sich vor einem Schlaganfall durch Gerinnselbildung in den flimmernden Herzvorhöfen zu schützen. Dies geschieht in aller Regel durch eine medikamentöse Blutverdünnung, eine sog. Antikoagulation, die bis auf ganz wenige Ausnahmen in fast allen Fällen von Vorhofflimmern indiziert ist.

     

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