Koronare Herzkrankheit – Plaquebildung

Von Dr. Stefan Waller, Internist und Kardiologe
Stefan Waller ist seit mehreren Jahren praktizierender Internist und Kardiologe und hat sich aus Leidenschaft der Vermittlung komplexer medizinischer Sachverhalte in möglichst einfacher und verständlicher Sprache gewidmet.

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und sein Dr. Heart Projekt.
und Linda Weißer, Ärztin und Ernährungsberaterin
Linda Weißer ist approbierte Ärztin und leidenschaftliche Ernährungsberaterin, letzteres offline und online über ihren Blog alimonia.net.
Daneben ist Sie über die Charité Berlin angestellt als chief medical researcher für PAN, die "physicians' association for nutrition".

Wie entsteht Plaque?

Dr. Heart erklärt in einfachen Worten, wie sich Ablagerungen, sog. Plaques, in den Arterien ausbilden können.

Was ist Plaque?

Am Anfang der Entwicklung einer “Arterienverkalkung”, also der Bildung von Ablagerungen mit nachfolgender Plaquebildung in unseren Arterienwänden, steht eine Verletzung der innersten Zellschicht unserer Blutgefäße, genauer genommen unserer Arterien. Diese innerste Zellschicht, die von uns Medizinern auch „Endothel“ genannt wird, bildet für die Blutgefäße eine Art Schutzschicht. Diese Endothelverletzung ist der erste Schritt der Plaquebildung und kann durch verschiedenste Faktoren wie Verwirbelungen der Blutströmung, erhöhten Blutdruck aber v.a. durch verschiedenste Giftstoffe, wie z.B. aggressive Stoffe aus dem Zigarettenrauch, entstehen. Die dadurch gestörte Funktion dieser innersten Zellschicht ermöglicht die Einlagerung von Fetten, insbesondere dem allseits bekannten „bösen“ LDL-Cholesterin in die Arterienwand, wo sie von Entzündungszellen gewissermaßen „aufgefressen“, man sagt auch phagozytiert werden.
Aus den eingelagerten Blutfetten und den „vollgefressenen“ zum großen Teil abgestorbenen Entzündungszellen bildet sich dann in der Wand der Arterie ein weicher bis flüssiger „Fettkern“, auch als Lipidkern bezeichnet.

Unmittelbar um diesen Lipidkern herum baut sich das Gewebe um und bildet durch Einwanderung von sog. glatten Gefäßmuskelzellen, Bindegewebszellen und Kalkeinlagerungen eine härtere, durch Bindegewebe durchsetzte Kappe, die diesen Fettkern umgibt und nach außen hin stabilisiert. So entsteht schließlich eine sogenannte Plaque, also eine Ablagerung in der Arterienwand, die aus einem weichen Fettkern und einer festeren, bindegewebigen Kappe besteht und die Arterie zunehmend einengt, je größer sie wird. Je nach Beschaffenheit und Ausmaß der Einlagerungen von Bindegewebe und Kalk können schließlich harte Plaques von weichen Plaques unterschieden werden.

Die fortschreitende „Arterienverkalkung“ (medizinisch  Atherosklerose) durch die beschriebene Plaquebildung birgt ein hohes gesundheitliches Risiko.

Und warum erzähle ich Ihnen das alles so genau ?! Weil der Aufbau und die Zusammensetzung genau dieser Plaques für Sie über Leben und Tod entscheiden kann. Wieso und weshalb, das erfahren Sie in weiteren Videos.

 

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