Herzrhythmusstörungen – Was ist das?

Herzrhythmusstörungen – was ist das genau und wie entstehen sie?

fast jeder hat irgendwann einmal damit zu tun, viele Menschen sind extrem beunruhigt: Herzrhythmusstörungen. Dr. Heart gibt Antworten am Flipchart

Bevor wir uns mit der Frage beschäftigen was denn eigentlich Herzrhythmusstörungen sind, sollten wir uns kurz noch mal ins Gedächtnis rufen wie denn der normale Herzrhythmus abläuft. Unser Herz zieht sich pro Minute in Ruhe circa 60-90 mal zusammen und pumpt auf diese Weise ca. 4-6 l Blut in unseren Kreislauf, auf die Stunde berechnet sind das fast 2 mit Blut gefüllte Badewannen. Nachts kann allerdings die Pulsfrequenz auch bis auf ca. 45 Schläge pro Minute abfallen und bei Leistungssportlern kann die Pulsfrequenz bis auf 35 Schläge pro Minute abfallen, ohne dass dies krankhaft wäre.

Damit der Herzmuskel sich zusammenziehen, also kontrahieren kann, muss er durch einen elektrischen Reiz stimuliert werden. Dieser elektrische Reiz wird durch eine spezialisierte Ansammlung von Herzzellen, die im Bereich des rechten Herzvorhofes liegen und die Fähigkeit besitzen sich in regelmäßigen Abständen elektrisch zu entladen, vorgegeben. Dieses Reizbildungszentrum, also quasi der natürliche Taktgeber unseres Herzens, wird als Sinusknoten bezeichnet und der von ihm vorgegeben Rhythmus folglich als Sinusrhythmus. Die elektrische Erregung breitet sich dann über spezialisierte Herzmuskelbahnen, dem sog. Reizleitungssystem, über beide Herzvorhöfe aus, die sich dadurch zusammenziehen und das Blut in die Herzkammern pumpen. Die elektrischen Impulse gelangen dann zu einer speziellen Struktur des Erregungsleitungssystems, die im Normalfall die einzige elektrische Verbindung zwischen den Herzvorhöfen und den Herzkammern darstellt und eine Art elektrische Schleuse zwischen den Herzvorhöfen und den Herzkammern darstellt und als AV-Knoten bezeichnet wird. In diesem AV-Knoten laufen die elektrischen Erregungen aus den Herzvorhöfen zusammen und ihre Weiterleitung auf die Herzkammern wird gebremst. Vom AV-Knoten aus wandert die elektrische Erregung nun über Erregungsleitungsbahnen für die rechte und linke Herzkammer weiter und breitet sich über ein fein verzweigtes Reizleitungsnetz über den gesamten Herzmuskel aus, worauf dieser sich zusammenzieht und seine Pumpfunktion ausübt.

An all diesen soeben besprochenen Strukturen kann es nun zu Störungen kommen, die zu verschiedenen Arten von Herzrhythmusstörungen führen können:

  • Störungen der Reizimpulsbildung im Bereich des Taktgebers, des Sinusknotens mit der Folge eines meist zu langsamen Herzschlages bzw. Ausbleiben von Herzschlägen
  • Störungen im Bereich der Impulsleitung, z.B. Blockierungen im Bereich des AV-Knotens
  • Ausbildung von zusätzlichen Impulsen, die überall im Bereich des Herzens, also sowohl im Bereich der Herzvorhöfe (supraventrikulär) als auch im Bereich der Herzkammern (ventrikulär) auftreten können

In nachfolgenden Clips werden wir viele dieser verschiedenen Arten von Herzrhythmusstörungen noch besprechen, stay tuned.

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