Arteriosklerose rückgängig machen?

Von Dr. Stefan Waller, Internist und Kardiologe
Stefan Waller ist seit mehreren Jahren praktizierender Internist und Kardiologe und hat sich aus Leidenschaft der Vermittlung komplexer medizinischer Sachverhalte in möglichst einfacher und verständlicher Sprache gewidmet.

Erfahren Sie mehr über Dr. Heart
und sein Dr. Heart Projekt.
und Linda Weißer, Ärztin und Ernährungsberaterin
Linda Weißer ist approbierte Ärztin und leidenschaftliche Ernährungsberaterin, letzteres offline und online über ihren Blog alimonia.net.
Daneben ist Sie über die Charité Berlin angestellt als chief medical researcher für PAN, die "physicians' association for nutrition".

Kann ich meine Arterienverkalkung rückgängig machen?

Kann ich denn meine „Gefäßverkalkung“ auch wieder rückgängig machen? Dr. Heart gibt die Antworten.

Wir wollen hier von Anfang an ehrlich mit uns sein: Die Gefäßverkalkung, die Sie bereits in Ihren Herzkranzarterien mit sich herumtragen, werden Sie in den meisten Fällen nicht mehr komplett loswerden. In einigen Fällen konnte allerdings gezeigt werden, dass die Arteriosklerose noch rückgängig gemacht werden konnte, z.B durch Ausdauersport und sehr strenge Einstellung der sog. Risikofaktoren, also z.B. eine bedeutende Absenkung des Blut-Cholesterinwertes und optimale Einstellung sämtlicher Risikofaktoren der Arteriosklerose, die wir ja in vielen weiteren Videos besprechen. Siehe hierzu auch die interessanten Studien des amerikanischen Kardiologen Dean Ornish!

Entscheidend ist aber nicht allein die Frage, ob man die Arterienverkalkung abbauen kann, sondern vielmehr auch bereits vorhandenen Plaques in unseren Blutgefäßen am weiteren Wachsen zu hindern und vor allem dafür zu sorgen, dass sie stabil bleiben und eben nicht aufreißen und dadurch einen akuten Herzinfarkt verursachen können. Und das können wir, wie wir später noch sehen werden, durch eine Verbesserung unserer Risikofaktoren erreichen, aber auch bestimmte Medikamente, wie z.B. die Cholesterinsenker, die Statine. Die haben nämlich eine lebensverlängernde Wirkung eben nicht nur über eine Absenkung des Cholesterinwertes sondern auch über eine plaquestabilisierende Wirkung! Sehr häufig bekomme ich von meinen Patienten die Frage gestellt wieso Sie denn die Cholesterinsenker einnehmen müssen obwohl doch die Werte sehr gut sein. Und das ist genau die Antwort: wegen der plaquestabilisierenden Wirkung dieser Medikamente wirken Sie auch dann lebensverlängernd wenn die Cholesterinwerte gar nicht stark erhöht sind! Deshalb sind sie bei jedem Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung indiziert.

Auch gibt es Hinweise, dass z.B. Diäten mit dem bekannten Jo-Jo-Effekt nicht nur das Körperfett auf- und abbauen sondern auch zu Instabilitäten also Destabilisierung von Plaques in den Gefäßwänden führen, ein Grund mehr keine Diäten zu machen sondern sich lieber dauerhaft vernünftig zu ernähren.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

KHK – Bedeutung und Verbreitung
KHK – Bedeutung und Verbreitung, animiert
KHK – Entstehung
KHK – Plaquebildung
KHK – Angina pectoris
KHK – instabile Angina pectoris
Herzinfarkt – Symptome
Sex nach Herzinfarkt?
Viagra und Co. nach Herzinfarkt?
Erste Hilfe und Herzdruckmasssage

Medikamente bei der Koronaren Herzkrankheit

KHK – Medikamente, die „big four“
Thrombozytenaggregationshemmer
Statine
ACE-Hemmer und Sartane
Betablocker
Betablocker für jeden KHK-Patienten?

 

zurück zum Hauptmenü