Frauen und Herz

Herzerkrankungen bei Frauen – Was ist anders?

Frauenherzen ticken eben doch anders, das haben wir doch schon immer gewusst!

Mit der gefühlten und der tatsächlichen Bedrohung ist das ja immer so eine Sache. Vielmehr Menschen fürchten sich beispielsweise vor dem Fliegen als vor dem Autofahren, obwohl natürlich statistisch gesehen das Fliegen sehr viel sicherer ist. Genauso ist es auch mit der gefühlten Bedrohung durch einige Erkrankungen. Frauen fürchten z.B. den Brustkrebs weitaus mehr als einen Herzinfarkt, obwohl statistisch gesehen nur eine von 25 Frauen an Brustkrebs verstirbt aber jede zweite Frau an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Frauen unterscheiden sich in Bezug auf die typischen Risikofaktoren ganz erheblich von Männern, Rauchen oder eine Zuckerkrankheit wirken sich z.B. bei Frauen noch ungünstiger aus als bei Männern. So haben rauchende Frauen ein um 25 % höheres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen als männliche Raucher, das Herzinfarktrisiko einer 50-jährigen Raucherin ist viermal so hoch wie das einer gleichaltrigen Nichtraucherin. Besonders ungünstig ist die bei Frauen leider häufig vorliegende Kombination aus Rauchen, der Pille als Verhütungsmethode und Übergewicht. Insgesamt scheint sich der Lebensstil bei Frauen noch stärker auf die Herzkreislauf-Gesundheit auszuwirken als bei Männern, umgekehrt ergibt sich dadurch aber auch eine noch größere Chance die eigene Gesundheit durch eine Verbesserung des Lebensstils in die Hand zu nehmen.

Dabei besteht bis zu den Wechseljahren ein relativer Schutz durch die weiblichen Geschlechtshormone. Danach geht die Hormonproduktion zurück und das Risiko für einen Herzinfarkt steigt an und erreicht das Niveau der Männer. Insgesamt erleiden Frauen einen Herzinfarkt durchschnittlich zehn Jahre später als Männer.

Problematisch ist, dass die Beschwerden von Herzerkrankungen von Frauen oftmals anders wahrgenommen werden. Das kann z.B. bei einem akuten Herzinfarkt sehr gefährlich werden wenn aufgrund der bei Frauen oft weniger typischen Beschwerden der Notarzt zu spät alarmiert wird. Bei Frauen stehen nämlich häufiger unspezifische Symptome wie Übelkeit, Oberbauchschmerzen, Schwäche und Luftnot im Vordergrund, so dass häufig nicht direkt an einen Herzinfarkt gedacht wird und wertvolle Zeit verschenkt wird. Das mag auch der Grund dafür sein, dass Frauen häufiger an einem akuten Herzinfarkt versterben als Männer.

Wie der Herzbericht 2015 offenlegen konnte, Sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern besonders drastisch bei der Herzschwäche ausgeprägt. Während im Jahre 2013 72,7 Frauen pro 100.000 Einwohnern an den Folgen einer Herzschwäche starben, waren es bei den Männern lediglich 40.

Die gute Nachricht ist, Sie müssen es nicht soweit kommen lassen, schon mit kleinen Veränderungen ihres Lebensstils können Sie Ihr Herz-Kreislauf-Risiko drastisch reduzieren, und Sie schlagen sogar 2 Fliegen mit einer Klappe, denn Bewegung und Vermeidung von Übergewicht verringert auch Ihr Brustkrebsrisiko!

 

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